Eine Frage des Vertrauens



David Harber looking through the hole in a Torus sculpture“Das ist die einzige Management-Philosophie, die mir je einleuchtete” sagt der Designer David Harber bei unserem Besuch in seinem Atelier bei Oxford.

“Du holst dir die besten Leute, die du finden kannst, du erklärst ihnen, was du erreichen willst, und dann lässt du sie in Ruhe, während sie es erreichen.”

Diese Haltung ist ihm in den letzten zwanzig Jahren als Schöpfer von Sonnenuhren, Skulpturen und Wasserspielen stets zugutegekommen. Mit Hunderten erfolgreicher Installationen, unzähliger hochdotierter Preise und Kunden in aller Welt sind David Harber und sein Team führend auf ihrem Gebiet, bei Privat- wie auch bei Firmenkunden.

Aufträge von Firmen gab es natürlich schon immer, und viele bewegen sich in beträchtlichen Größenordnungen. Aber wie kommt das?

Du holst dir die besten Leute, die du finden kannst, du erklärst ihnen, was du erreichen willst, und dann lässt du sie in Ruhe, während sie es erreichen.

Wie kann ein so kleiner Betrieb, dessen Kultur und Arbeitspraxis vollkommen auf Kreativität basieren, nach der gleichen Auffassung und Tagesordnung operieren wie große Institutionen?

David Harber looking through the hole in a Torus sculptureFür David Harber ist das kein Widerspruch. 

“In den meisten Fällen erleben wir, dass sich unsere Unternehmenskulturen sehr ähnlich sind. Heutzutage schätzen die meisten Unternehmen Kreativität und Qualität. Seit wir im Geschäft sind, haben viele davon erfolgsorientiertere Konzepte angenommen: sie stecken Ziele und überlassen es ein Stück weit ihren Leuten, wie sie diese erreichen. Und das trifft auch auf uns zu. 

Aber ist der Spielraum für Kreativität nicht viel eingeschränkter, wenn man im Auftrag für ein großes Unternehmen arbeitet und einen Markennamen oder den guten Ruf im Blick haben muss?“”

“Nein, gar nicht. Zum Teil kommen diese Unternehmen zu uns, weil wir über die Jahre bewiesen haben, dass wir uns schnell auf die Essenz dessen, was sie wollen, konzentrieren können, und dann einen Vorschlag bringen, der genau das ausdrückt ‒ und zwar in origineller und oft unerwarteter Weise. Sie wollen keine langweiligen Ideen!”

Unternehmen ... wollen keine langweiligen Ideen!

Ob es nun die Wiederentdeckung zeitloser mathematischer Prinzipien ist, die Dramatik von Glas und poliertem Metall oder die wohltuende Ruhe von sanft plätscherndem Wasser, David Harbers Lösungen sind so vielfältig wie die Bedürfnisse seiner Kunden. Der einzige gemeinsame Nenner, das Einzige, das seiner Meinung nach in jeder Beziehung herrschen sollte, ist Vertrauen.

David Harber looking through the hole in a Torus sculpture “Schließlich können wir nur so arbeiten.” sagt er mit einigem Nachdruck.

“Selbst bei einer klaren Vorgabe wie: ‚Mach eine Skulptur aus unserem Firmenlogo‘ ist es unwahrscheinlich, dass in den Markenrichtlinien steht, wie das gehen soll ‒ also müssen sie darauf vertrauen, dass wir es richtig machen.

Und indem wir das tun, können wir einen positiven Kreislauf erzeugen, in dem das Vertrauen wächst und uns mehr Freiheiten darin gibt, zu überlegen, wie wir das Ziel mit dem vorhandenen Budget erreichen.”

Von Mayfair bis Moskau und von Princeton, New Jersey, bis Perth, Australien, zählen Unternehmen und Institutionen auf David Harber und sein Team, damit sie originelle Lösungen für neue und kreative Herausforderungen finden.

Häufig findet sich die Antwort in einem scheinbar unwichtigen Detail der Anweisungen, des Ortes oder eines flüchtigen Gesprächs. Wenn Sie gefunden ist, übersteigt das Resultat vielmals die anfänglichen Erwartungen. Das hat die Erfahrung gezeigt.

Wie der Mann schon sagte: hol dir die besten Leute, die du finden kannst, sag ihnen, was du willst, und schau zu, wie sie es dir liefern. Im Falle von David Harber ist das nicht nur eine Management-Philosophie, sondern das eigentliche Geheimnis seines Erfolgs.